Beruf / Frühverrentung
Für die meisten Berufstätigen ist ihre tägliche Arbeit nicht nur ein Mittel zum Geldverdienen, vielmehr bedeutet sie Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und ein Gefühl des Dazugehörens. Bei gesundheitlichen Problemen, die die Ausübung des Berufs möglicherweise gefährden, hilft zunächst ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber und Flexibilität auf beiden Seiten.
Bevor eine Erwerbsunfähigkeit als letzter Ausweg bei gesundheitlichen Einschränkungen am Arbeitsplatz beantragt wird, sollten RA-Betroffene das Gespräch mit dem Chef suchen. So lässt sich auf beiden Seiten ausloten: Was geht? Was geht nicht (mehr)?
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht - schließlich hat jeder eine andere Arbeits- und Krankheitssituation. Aus der Erfahrung kann man folgende Bereiche nennen, bei denen meist eine Veränderung nötig ist:
- Flexible Arbeitszeiten: Beispielsweise kann ein späterer Arbeitsbeginn bei morgendlichen Problemen dazu führen, dass die gesamte Arbeitszeit produktiv genutzt werden kann. Wer Teilzeit arbeitet, könnte vereinbaren, dass er Arbeitszeiten oder -tage flexibel verschieben darf, wenn es ihm schlecht geht.
- Ergonomische Umgebung: Bei Büroarbeitsplätzen ist beispielsweise auf flache und wenig geneigte Tastaturen zu achten. Die Maus kann ggf. durch Trackball oder "Griffel" ersetzt, bei langem Stehen ein Stehhocker angeschafft werden.
Mit Flexibilität auf beiden Seiten lässt sich so oft erreichen, dass dem Arbeitnehmer sein Arbeitsplatz und dem Betrieb die Erfahrung des Mitarbeiters bewahrt bleibt.
Frühverrentung
Möglicherweise kommt es trotz aller Bemühungen dazu, dass die RA es unmöglich macht, einen Beruf weiter auszuüben. Vor allem die Morgensteifigkeit spielt hier eine wichtige Rolle: Es ist wissenschaftlich belegt, dass vor allem dieses RA-typische Symptom in enger Beziehung zur Arbeitsfähigkeit von Patienten steht: Je ausgeprägter die Steifheit der Gelenke am Morgen, um so wahrscheinlicher ist es, dass eine Betroffene oder ein Betroffener frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheidet.
Die frühzeitige Erwerbsunfähigkeit bedeutet für die Meisten zunächst eine finanzielle Einbuße. Aber auch darüber hinaus verändert sich das Leben: Es kann das Gefühl entstehen, "nutzlos" oder gar "Ballast" für die restliche Familie zu sein, verbunden möglicherweise mit Langeweile oder Perspektivlosigkeit. Auch können sich negative Gefühle wie Wut oder Neid entwickeln. Versuchen Sie, die Familiensituation neu zu definieren, verteilen Sie Aufgaben und Verantwortung. Vielleicht entdecken Sie ja auch etwas, was Sie immer schon einmal machen wollte - ein ehrenamtliches Engagement, der Besuch der Volkshochschule?
Tipps und praktische Hilfen erhalten Sie hier:
www.deutsche-rentenversicherung.de
Kostenloses Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung: 08 00/1 00 04 80 70
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