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RA im Alltag

Den Alltag meistern mit RA
Viele RA-Patienten haben ähnliche Erfahrungen: Im Alltag machen sich viele Einschränkungen erst richtig bemerkbar. Je nach betroffenen Gelenken kann das der niedrige Toilettensitz sein, das Auswringen des Putztuchs oder die Schnürsenkel der neuen Lieblingsschuhe. Besonders zu Beginn der Erkrankung können die Alltagsklippen für jeden Betroffenen völlig anders aussehen. Entsprechend lang ist die Liste der speziellen Hilfsmittel im Sanitätshandel: Von griffigen Bestecken über Stiftverstärker, mit dem sich Kugelschreiber und Bleistifte besser halten lassen, bis zu Schraubverschlussöffnern und Anziehhilfen für Strümpfe finden sich viele nützliche Utensilien. Ein Stehstuhl für die Hausarbeit, ein Badewannensitz für die Körperpflege und eine Sitzerhöhung für die Toilette erleichtern vielen Rheumatikern das Leben.

Doch das Angebot hat auch seine Grenzen: Nicht alles wird von der Krankenkasse übernommen (vorher erkundigen!), und oft sind die speziellen Hilfsmittel teuer in der Anschaffung. Und schon gar nicht gibt es für jedes Problem eine fertige Lösung - hier ist Kreativität gefragt! So mancher Gegenstand aus Werkzeugkiste oder Verbandskasten, vom Baumarkt oder Medizinbedarf kann zweckentfremdet werden. Griffverstärker jeglicher Art lassen sich beispielsweise aus Rohrisolierungen basteln. Die so genannten Rohrschalen aus Polyethylenschaum gibt es in allen grifftauglichen Durchmessern, so dass sie - mit Draht und Isolierband umwickelt - vom Fahrradlenker bis zum Messergriff dünne Griffe handlicher machen können.
Leidenschaftliche Kartenspieler wissen einen Zollstock zu schätzen, der die Spielkarten einfach und sicher festhält. Eine besondere Herausforderung sind elektrische Schalter, die dauerhaft gedrückt gehalten werden müssen, wie bei manchen Stabmixern, Handstaubsaugern oder Haartrocknern. Mit einem einfachen Stauschlauch, wie er in der Medizin zum Blutabnehmen verwendet wird, lassen sich diese Schalter überlisten und die Hürde ohne Kraftaufwand überwinden.

Einige Patienten, die unter vielfältigen Bewegungseinschränkungen leiden, berichten sogar über eine komplett RA-gemäß eingerichtete Wohnung - mit den passenden Sitzhöhen der Möbel, durchdachten Aufbewahrungsorten für oft benötigte Kleinigkeiten oder geeigneten Möglichkeiten zum Festhalten. Und auch wenn es einem dank moderner Therapien gut geht oder die Krankheit vorübergehend sogar zum Stillstand gebracht werden konnte: Ein "Plan B" in der Schublade für eine rheumagerechte Einrichtung ist sicher nicht verkehrt. So wird es möglich, selbst bei einem schweren Verlauf lange selbstständig und unabhängig von fremder Hilfe zu bleiben.
Steht ein Umzug ins Haus, ist das eine besonders gute Gelegenheit, sinnvolle Hilfsmittel in Bad und Küche, eine veränderte Einrichtung oder ein paar nützliche Neuanschaffungen zu planen. Aber auch ohne Umzug und Neuplanung lassen sich viele Dinge nach und nach in der Wohnung umsetzen. Manchmal helfen sogar Kleinigkeiten wie das durchdachte Umräumen von Schränken.
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