Was sind Autoimmunerkrankungen?

Rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn oder Diabetes Mellitus Typ I – diese und rund 60 weitere Erkrankungen fassen Mediziner in der Gruppe der so genannten Autoimmunerkrankungen zusammen: Die Abwehrkräfte werden fehlgeleitet und richten sich gegen den eigenen Körper. Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Autoimmunerkrankung; in den Industrieländern wächst die Zahl der Betroffenen stetig. Das spricht für eine Beteiligung von äußeren Einflüssen wie der steigenden Umweltbelastung, schädlichen Ernährungsgewohnheiten oder dem Konsum von Nervengiften wie Nikotin. Auch die genetische bzw. die familiäre Veranlagung für eine bestimmte Autoimmunerkrankung ist ein wichtiger Faktor in Sachen Anfälligkeit. Als Auslöser für einen ersten Schub kommen äußere Faktoren wie Virusinfekte, bestimmte Medikamente oder ein Ausnahmezustand des Immunsystems z.B. während einer Schwangerschaft in Frage. Auffällig ist ebenfalls, dass vor allem Frauen an Autoimmunerkrankungen leiden: Sie machen etwa zwei Drittel der Patienten aus. Die weiblichen Sexualhormone, die Östrogene, spielen also offenbar auch eine Rolle beim Entgleisen des Immunsystems.

Was passiert eigentlich bei einer Autoimmunerkrankung?

Unser Immunsystem ist dazu da, schädliche Eindringlinge abzuwehren. Vereinfacht erklärt, geschieht folgendes: Ein Bakterium oder ein Virus dringt in den Körper ein. Die körpereigenen Abwehrkräfte nehmen den Kampf auf – das löst beispielsweise einen grippalen Infekt aus. Wir merken das an der schniefenden Nase, Fieber und/oder Husten als sichtbare Anzeichen des inneren Abwehrkampfes. Bei einer Autoimmunerkrankung reagieren unsere Abwehrzellen jedoch auf das eigene Gewebe z.B. in den Gelenken wie auf einen Fremdkörper. Sie greifen es an, es entstehen dauerhafte Entzündungen und das betroffene Gewebe bzw. die betroffenen Organe werden beschädigt und möglicherweise zerstört.
 
Die Symptome für diese Vorgänge sind äußerst vielfältig und anfangs eher unspezifisch: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz, Verstimmungen oder manchmal nur ein Kribbeln in Armen und/oder Beinen sind in der Regel Anzeichen für einen harmlosen Infekt, können aber in seltenen Fällen auch ebenso Hinweise für eine beginnende Autoimmunerkrankung sein. Autoimmunerkrankungen verlaufen meist schubförmig. Bislang gibt es für Autoimmunerkrankungen keine Heilung. In den letzten Jahren wurden allerdings zahlreiche neue Medikamente entwickelt, die die Stärke eines Schubs abmildern oder die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Schubs reduzieren.
 
Wir geben auf den folgenden Seiten einen Überblick über die wichtigsten Autoimmunerkrankungen, und zeigen, wo Sie ggf. weitere Informationen bekommen.


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