Gesundheit im Web
- 77 Prozent
So viele Deutsche informieren sich als erstes im Internet über Krankheiten, Behandlungsmöglichkeiten und Arzneimittel
- 104
Anzahl der Suchanfragen, die laut Google jede Sekunde in Deutschland zu Gesundheitsthemen eingegeben werden
- 1,4 Millionen
Zahl der Besucher von Online-Gesundheitsseiten pro Monat
Von A wie Asthma bis Z wie Zöliakie - immer mehr Menschen informieren sich über Gesundheitsthemen im World Wide Web. Allein wer das Stichwort "Rückenschmerzen" in Google eingibt, erhält ca. 891.000 Treffer. Ein Paradies jenseits von Praxisgebühren und langen Wartezeiten? Oder nur eine unüberschaubare Informationsflut, die es dem Laien schwer macht, hilfreiche Fakten zu finden?
Das Internet als Cyber-Doc
Tatsache ist, dass das Internet zu allen Gesundheitsthemen Informationen auf fachlich hohem Niveau bereithält - wenn man weiß, wie man danach suchen muss. Gesundheitsportale wie netdoktor.de oder gesundheit.de sind seriöse Informationsseiten, die neben Erklärungen zu verschiedenen Krankheiten auch praktische Hilfestellungen für Betroffene und nützliche Links zu Fachgesellschaften liefern. Auch staatliche Webseiten vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bieten Expertenwissen in gut aufbereiteter Form.
Doch es ist nicht immer einfach, seriöse Gesundheitsseiten von unseriösen zu unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je transparenter Autorenschaft und Betreiber eines Portals zu identifizieren sind, desto vertrauenswürdiger ist die dargebotene Information. Ratschläge zu Qualitätsmerkmalen von Onlineauftritten und Tipps zum Umgang mit Foren bieten die Verbraucherzentralen auf ihren Webseiten unter dem Titel "Gesundheitsinformationen in Internetforen" an.
Trotz des hohen Stellenwerts, den Internetportale für die Informationsbeschaffung genießen, ist aber auf jeden Fall Vorsicht geboten: Das virtuelle Angebot kann den Arztbesuch mit persönlicher Beratung, Untersuchung und Behandlung niemals ersetzen.
Wohl & Wehe für den Arzt
Doch auch für den Arzt ist der online-informierte Patient nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen: Dank Google-Recherchen meinen viele Patienten, ihre vermeintliche Diagnose schon zu kennen. Manche Menschen werden im Internet auch zusätzlich verunsichert; diese Ängste müssen die Ärzte vor Ort dann wieder auffangen.
Ärzte schätzen allerdings auch die Vorteile, wenn ein Patient mit Vorwissen in die Praxis kommt. Wenn beispielsweise ein chronisch Kranker bereits gut über aktuelle Entwicklungen in Diagnose und Therapie Bescheid weiß, ist die Therapietreue oft höher und die Erwartungen realistischer.
Zudem bietet das Internet gerade chronisch Kranken die Möglichkeit, Informationen mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich in Netzwerken zu organisieren. Schließlich können hier zeitlich unbegrenzt Fragen diskutiert, Ängste besprochen und so möglicherweise Zweifel aus dem Weg geräumt werden.


