Leitsymptom Morgensteifigkeit
"Das Aufstehen fällt schwer. Dann die erste Hürde: Wie bekomme ich nur die Zahnpastatube auf? Und der Einstieg in der Dusche ist auch zu hoch, ich kann mich kaum festhalten. Gut, dass wenigstens die Kaffeemaschine einfach per Knopfdruck zu bedienen ist und dass ich das Brötchen schon gestern geschmiert habe. Trotzdem dauert alles viel zu lange und ich werde wieder zu spät ins Büro kommen. Diese verflixten steifen Finger am frühen Morgen!"

Patienten, die unter Gelenksteifigkeit leiden, haben vor allem morgens damit zu kämpfen. Doch woran liegt das eigentlich? Der menschliche Körper unterliegt einem bestimmten täglichen Zyklus, der so genannten zirkadianen Rhythmik. "Zirka" steht für "Kreis", "dies" bedeutet Tag. Der Rhythmus unseres Körpers dauert also etwa einen Tag, dann beginnt er wieder von neuem. Eine Vielzahl an Hormonen und Botenstoffen als "Informationsübermittler" regeln so z.B. unser Tag-Nacht-Gefühl und eben auch die Krankheitsaktivität.
Was passiert bei Morgensteifigkeit?

In der Nacht werden im Körper besonders viele Entzündungsstoffe freigesetzt, unter anderem das Zytokin Interleukin-6. Diese Botenstoffe werden von unserem Körper eigentlich zum Kampf gegen Krankheitserreger eingesetzt, bekämpfen bei der RA jedoch die eigenen Zellen. Dieser Prozess führt unter anderem zu Entzündungen und Flüssigkeitsansammlungen in den Gelenken, die dann nicht mehr gut beweglich sind. Beim Aufstehen merken die Betroffenen das ganz besonders, und es dauert mitunter einige Stunden, bis sie sich wieder normal bewegen können. Dann lässt die Entzündungsaktivität nach, und die Morgensteifigkeit geht zurück.